bookmark_borderMel Brooks macht Spaceballs 2 und zieht Star Wars wieder durch den Kakao

Wer kann sich noch daran erinnern. Bzw wer hat sich den Spaceballs Film vor nicht all zulanger Zeit angesheen. Dort hat uns Mel Brooks eigentlich eine Fortsetzung versprochen, die dann irgendwie nie kam. Aber jetzt, yapp, jetzt, wo er gefühlt über 100 Jahre alt ist, macht er sein Versprechen wahr!

Ich hab die Meldung dazu zuerst nicht als Nostalgie gelesen, sondern fast als kleinen Beweis dafür, dass guter Blödsinn nicht altert. Mel Brooks kehrt tatsächlich zurück, sogar als Joghurt, und allein das hat bei mir mehr ausgelöst als viele perfekt durchgeplante Blockbuster der letzten Jahre. Der offizielle Titel, Spaceballs, The New One, sagt eh schon alles. Der Film will nicht geschniegelt wirken, sondern frech, leicht peinlich und ziemlich bewusst albern.

Was mich daran aber wirklich reizt, ist diese Lust am hemmungslosen Spott. Neben Star Wars sollen auch Harry Potter, Karbonit, Wüstenszenen mit Jedi ähnlichen Figuren und sogar Avatar durch den Kakao gezogen werden. Dieser Urinal Gag mit dem Na’vi klingt schon jetzt komplett bescheuert, aber eben auf die richtige Art. Vielleicht brauch ich genau sowas grad wieder. Kein Zynismus, nur Schmäh mit Hingabe.

Der US Start ist der Sommer 2027. Bis dahin bleibt nur Vorfreude, und die fühlt sich überraschend ehrlich an.

bookmark_borderMeine ehrliche Meinung zu Barbara Becoming Shirin David

Hat wer schon Barbara Becoming Shirin David gesehen? Ich fand die Doku nicht schlecht gemacht. Das wäre unfair. Man sieht ihren Ehrgeiz, ihren Druck, diese fast brutale Disziplin, mit der sie an sich selbst arbeitet. Gerade die Szenen rund um die Tourvorbereitung und ihre Angst vorm Live Performen hatten schon Wucht. Auch die Momente mit ihrer Mutter haben etwas erklärt, nämlich woher dieser enorme Leistungswille überhaupt kommt.

Und trotzdem blieb ich seltsam auf Distanz.

Vielleicht, weil ich schon vorher kein wirklicher Fan war. Vielleicht auch, weil mir vieles zu kontrolliert vorkam. Die Doku zeigt Nähe, aber sie lässt mich diese Nähe nie ganz vergessen. Ich hatte oft das Gefühl, ich sehe eine sehr klug gebaute Erzählung über Verletzlichkeit, aber nicht unbedingt Verletzlichkeit selbst. Das ist ein Unterschied, finde ich.

Ein paar Stellen waren ehrlich stark, keine Frage. Insgesamt hat mich das Ganze aber mehr nachdenken lassen als berührt. Und das ist ja auch schon was, nur eben nicht ganz das, was ich mir erhofft hab. Wahrscheinlich etwas für eingefleischte Shirin Fans. Wer’s nicht ist, wird damit wohl weniger Freude haben.

bookmark_border5 Streaming Abos und trotzdem nichts zum Schauen?

Leute, ich habe fertig mit dem Streaming Scheiss. Jetzt echt mal Tacheles gesprochen. 5 Streaming Abos und trotzdem nichts zum Schauen? The Heck? Genau das ist mein Alltag geworden. Ich öffne eine App nach der anderen, vergleiche, google, verliere mich im Scrollen. Im Schnitt verbringen Streamingnutzer 110 Stunden pro Jahr nur mit der Suche. Fünf Tage. Diese Zahl hat mich ehrlich erschüttert.

Und dann die Kosten. 57 Euro im Monat, also rund 684 Euro im Jahr. Für Zugriff. Nicht für Besitz. Kündige ich, verschwindet alles. Selbst wenn ich bleibe, wechseln Lizenzen schneller, als man schauen kann. Es fühlt sich an wie ein stilles Machtspiel, bei dem ich zahle und trotzdem verliere.

Streaming war einmal Befreiung. Kein DVD Regal, kein Suchen im Laden. Heute gibt es Werbeabos, Preiserhöhungen, Premiumtarife um fast 20 Euro. Und ich ertappe mich bei einem fast nostalgischen Gedanken: Vielleicht wieder Blu Rays kaufen. Etwas in der Hand halten. Wissen, es gehört mir. Klingt altmodisch, ich weiß. Aber auch beruhigend.

Ich will nicht zurück in die Vergangenheit. Ich will nur wieder bewusst entscheiden können. Ohne Dauerabo im Hintergrund, das leise abbucht, Monat für Monat. Und damit fange ich jetzt an. Weil das muss ein Ende finden der Wahnsinn jetzt.

bookmark_borderDas Running Man Remake hat mich überrascht und zugleich schockiert

Es gibt diese seltenen Kinobesuche, an denen man den Saal verlässt und nicht sofort weiß, was man eigentlich empfindet. Was eigentlich gut ist. Beim Joker ist mir das vor paar Jahren auch schon mal passiert. Und eben auch gestern, als ich das Running Man Remake gesehen habe. Ich bin reingegangen mit einer gewissen Erwartungshaltung, ein bissl beeinflusst davon, dass Edgar Wright gerade bei solchen Stoffen oft sein eigenes Ding durchzieht. Und trotzdem hat mich der Film an Stellen erwischt, an denen ich es gar nicht geplant hatte.

Die Welt, die er zeigt, wirkt bedrückend real, fast schon unangenehm nah. Diese Zukunft, die gar nicht so weit weg erscheint, in der Medikamente Luxus sind und Menschen mit jeder Extra-Schicht versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Irgendwie hat mich das mehr getroffen als die eigentliche Action, obwohl die natürlich ordentlich drüber ist. Aber diese Mischung aus sozialem Abgrund und Entertainment Maschine, dieses FreeV, das dich beobachtet während du zuschaust, das hat mich seltsam still gemacht.

Ben Richards als Figur ist intensiv, aber nicht immer zugänglich. Ich hätte gern mehr über seine innere Welt erfahren, über seine Ängste und nicht nur über seine Wut. Trotzdem, Glenn Powell bringt eine rohe Energie mit, die gut in diese zerbrochene Welt passt. Josh Brolin und Colman Domingo ergänzen das Ganze, als wären sie zwei unterschiedliche Spiegel einer kaputten Gesellschaft, nur halt aus verschiedenen Blickwinkeln gebrochen.

Was mich am meisten überrascht hat, war der Mut des Films, sich stellenweise völlig in Anarchie zu verlieren. Was mich schockiert hat, war, dass er dann plötzlich wieder zurückrudert. Vielleicht gerade deshalb bleibt er so schwer einzuordnen. Aber er bleibt.

bookmark_borderLandman Staffel 2 könnte das Serienhighlight des Jahres werden

Manchmal merkt man erst, wie sehr einem eine Serie gefehlt hat, wenn der Trailer für die neue Staffel erscheint. Und einen super hyped!

So ging’s mir mit Landman. Ich hab den Clip gesehen, einmal, dann gleich nochmal. Billy Bob Thornton steht da, mitten im texanischen Staub, und alles an dieser Szene schreit: Es geht wieder los. Taylor Sheridan versteht es wie kaum jemand, die Härte des amerikanischen Südens mit diesem schmerzhaften Realismus zu erzählen. Kein Glamour, keine Helden. Nur Menschen, die ums Überleben kämpfen, ums Geld, um Moral.

Dass Cami, gespielt von Demi Moore, diesmal zur Öl-Tycooning aufsteigt, klingt wie das perfekte Chaos. Ihr verstorbener Mann hat ein riesiges Firmengeheimnis vertuscht und nun muss sie die Trümmer aufsammeln. Die Welt von Landman bleibt roh, laut und irgendwie ehrlich. Sheridan zeigt uns, wie Macht und Gier sich in Gesichtern widerspiegeln, die längst zu viel gesehen haben.

Ich glaub wirklich, Staffel 2 wird was Besonderes. Vielleicht, weil sie uns zwingt, über Verantwortung nachzudenken und darüber, was passiert, wenn das schwarze Gold alles verschlingt.